Konzentrationsstörungen durch Lärmbelästigung  

Kurzfassung

Haben Eltern wirklich Recht, wenn sie das Lernen mit Musik verbieten wollen?

Wir haben zwei verschiedene Testreihen entwickelt, um zum einen das Konzentrieren auf eine bestimmte Aufgabe und zum anderen die Merkfähigkeit zu testen. Dabei haben wir Tests gewählt, die keine besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse erfordern. Alle Tests haben wir mit 25 bis 27 Jugendlichen durchgeführt. Als Schallquelle haben wir einen CD-Player benutzt.

Unsere erste Testreihe bestand jeweils aus Buchstabenreihen mit n's und m's, die auf Papierstreifen abgedruckt waren. Unsere Testpersonen hatten eine Minute Zeit, die Buchstaben nur mit den Augen und ohne Hilfsmittel zu zählen.

Ergebnis 1:  Bei moderner und auch klassischer Musik kann man sich anscheinend am schlechtesten konzentrieren. Für unsere zweite Testreihe haben wir Buchstabenfolgen auf Folien geschrieben, die nur kurz gezeigt wurden, ohne dass geschrieben werden durfte. Anschließend waren die Buchstabenfolgen aus dem Gedächtnis auf ein Papier zu schreiben.
Ergebnis 2:  Die Merkfähigkeit geht sowohl mit als auch ohne Musik bei Ketten von mehr als 6 Buchstaben sehr zurück.

Zusammenfassung: Man kann nicht unbedingt sagen, dass Musik ablenkt. Beim Zählen von Buchstaben kann man nur einen geringfügigen Unterschied feststellen. Beim Merken von "leichten" Buchstabenfolgen scheint Musik die Konzentration eher zu stören, während sie bei schwierigeren Buchstabenfolgen offenbar gefördert wird. Am besten waren die Testergebnisse beim hohen Sinus-Ton, aber... hat irgend jemand Lust, dabei Hausaufgaben zu machen? Fest steht jedenfalls, dass es ganz auf die Musik, die Art der Arbeit und auf einen selbst ankommt, ob man sich gut konzentrieren kann.


von Gwendolyn Barden & Gina Völsgen (Schüler experimentieren)



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Regionalwettbewerb "jugend forscht/Schüler experimentieren" Köln, 2005